Transparent Music Link Plus und Music Wave Plus
Wow!
Text von: {image hifi}
Dass ich gerade „One of the world’s best cables” benutze, ist doch sonnenklar. Zumindest für Transparent Audio, Inc.!
Da sind sie gut, die Amerikaner. Das beherrschen sie wie unsereins das kleine Einmaleins. Geht es darum, eine dichte Wand aus Marketinggedöns, Technikgeschwafel und Selbstbeweihräucherung hochzuziehen, dann kann niemand auf der Welt einer US-Company auch nur das Wasser reichen.


Sorry, ihr Ami-Boys und -Girls, aber offenkundig wird selbst auf der letzten Hillbilly-Uni ein Sprachkurs im Nebelkerzenzünden angeboten. Lesen sich alle Unterlagen betreffs des honorigen US-Kabelspezialisten Transparent Audio doch so, als wären die Festreden auf Newtons, Einsteins, Faradays und Edisons Birthday an ein und demselben Tag fällig.
“Relax, and allow your system to wash away the dust of everyday life.” Okay, genau das tun wir jetzt. Und zwar mithilfe zweier Vertreter des US-Ultra-Fi-Kabelgewerbes, bei dem die Überbrückung eines elektrischen Meters mit Summen zu Buche schlagen kann, für die anderweitig gute Gebrauchtwagen verkauft werden. Mit dem NF-Kabel „Music Link Plus“ und dem Lautsprecherschlauch „Music Wave Plus“ hatten wir freilich noch in den sozialen Unterbau der Transparent-Preisliste gegriffen, was, wie wir gleich erfahren werden, beileibe kein Fehler war. Beide Verbinder zählen zur Rubrik „Kästchenkabel“, besitzen folglich Filter- oder Korrekturnetzwerke, zudem scheint hinter den reichlich krummzahligen Längen der Kabel tieferer technischer Sinn zu stecken. Im Inneren soll man, so heißt es, auf ziemlich viele einzelne Leiter stoßen, was zumindest die Stärke des Lautsprecherkabels erklärt, welches anfangs nur störrisch seinem Verleger folgen mag und übrigens sogar mit Kunststoffschützern über den feinen Steckern ausgerüstet ist. Lob verdienen auch die verwendeten Cinch-Stecker, die offenkundig kontaktfreudig und gleichzeitig buchsenschonend sind, was man ja nicht von allen Plugs behaupten kann. ::
Was immer an „Network Topology“ in je einem Ende eines Transparent-Kabels stecken mag – es funktioniert. Und zwar prächtig. Es funktioniert sogar so gut, dass die bange Frage, was denn nun eigentlich die Topmodelle der US-Strippenzieher darüber hinaus anstellen würden, sprichwörtlich sofort im Raum steht. Einziger Trost: Wer hat so viel Geld? Und, ach ja, die Selbstbeweihräucherung ist schon wieder verziehen. Merke: Wer so gut ist, darf auch Lärm machen. Und gut sind sie ohne jeden Zweifel, diese Kabel, die bei aller Perfektion in Sachen Atmosphäre, Durchsichtigkeit und Dynamik eine Spur samtenen Glanz ins schöne Spiel bringen und so Entspanntheit und Ruhe herbeiführen. Da glaubt man fast, man könne tagelang zuhören, da werden feinste Strukturen sichtbar, Räume öffnen sich weit, und hinzu kommt schon träumerische Lässigkeit, voluminöser Bass und vorbildliche Fähigkeiten, was zartes Ausklingen, notfalls aber auch Wucht und Härte betrifft. Ohne viel Federlesens: zum Niederknien!
Produktinfo
NF-Kabel Transparent Music Link Plus
Besonderheiten: Korrekturnetzwerk
Preis: ab 386 Euro (1,0 m)
Lautsprecherkabel Transparent Music Wave Plus
Besonderheiten: Korrekturnetzwerk
Preis: ab 768 Euro (2,44 m)
Kontakt