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STST Audioline Solid

Der Dynamiker unter den Phonokabeln

Text von: Stefan Fahrnholz

Die 1985 gegründete Firma STST Hifi beschäftigt sich mit der Herstellung feiner HiFi-Komponenten. Und man legt Wert auf die Tatsache, dass sämtliche Produkte in Deutschland gefertigt werden.

Im Programm der Kemptener findet man unter dem Label „STST“ Laufwerke, Verstärker und Lautsprecher. Mit einer zweiten, „Audioline“ betitelten Produktlinie werden Kabel für alle Verbindungen aus eigener Fertigung angeboten. Auch ein interessantes Tonarmkabel namens „Audioline Solid“ ist dort zu finden. Als Testexemplar wurde die klassische Variante gewählt, mit Cinch- und Fünfpolstecker. Genau diese sind auch das Auffälligste am STST, sie sind nämlich allesamt aus einem milchig-weißen Material hergestellt und machen einen sehr hochwertigen Eindruck. Sie folgen der Philosophie der metallminimierten Steckverbindungen. Auf Anfrage teilte mir Firmeninhaber Stefan Strohmetz mit, dass es sich hierbei um einen speziellen Kunststoff handelt, dessen Zusammensetzung er aus Gründen der Nachahmung nicht preisgeben will. Die Stecker stammen alle aus eigener Fertigung, den Fünfpolstecker gibt es auch in gewinkelter Ausführung. Bei den Cinchsteckern ist man etwas zu großzügig mit den Abmessungen gewesen, hier kann es zu Problemen angesichts des Durchmessers kommen, vor allem wenn die Eingangsbuchsen, wie an vielen Geräten heutzutage üblich, sehr nahe zusammenliegen.

STST Audioline Solid

Der Aufbau des symmetrischen Kabels ist schnell erläutert: Die Leiter bestehen aus OFC-Kupfer, der gemeinsame Schirm aus reinem Aluminium. Das Audioline kommt etwas steif daher, so dass sich ein Einsatz an Subchassis-Laufwerken nicht empfiehlt. Die äußere Hülle, die dem mechanischen Schutz dient, ist aus schwarzem Geflechtmaterial gefertigt. Cinchseitig sind zwei Einzelstränge und ein zusätzlicher Masseleiter mit Kabelschuh herausgeführt. Aufgrund der sehr geringen Kapazität kann man das Audioline auch über größere Strecken betreiben. Nichtsdestotrotz sollte man aber bestrebt sein, den Abstand zwischen Phonoverstärker und Tonarm/Laufwerk möglichst klein zu halten, um etwaigen Störungen von vornherein vorzubeugen.

Das STST verlässt den Pfad der Neutralität etwas in Richtung Dynamik und Spritzigkeit, was ihm aber nicht zwangsläufig zum Nachteil gereicht. Genau dieses Quäntchen mehr an Lebendigkeit macht nämlich auch müde Tonabnehmer wieder munter. Das Kabel in Verbindung mit einem DL-103 rockt – und das nicht zu knapp! Deep Purples Liveklassiker Made in Japan aus dem Jahre 1972 kommt mit enorm viel Druck aus den Lautsprechern, das begeistert mitgehende Publikum erzeugt eine livehaftige Gänsehautstimmung im heimischen Wohnzimmer. Die hart angerissenen Gitarrensaiten auf Short stories about love, hate & other banalities der Oberpfälzer Band Buddy & the Huddle klingen ungemein authentisch und realistisch. Das Audioline empfiehlt sich also vor allem für den Liebhaber explosiver Rockmusik und erdigen Blues’. Es geht aber selbstverständlich auch ruhig und gefühlvoll. Akustische Aufnahmen oder Vokaldarbietungen werden mit auffallend viel Atmosphäre erzeugt. Alles in allem ist das STST Audioline Solid eine dicke Empfehlung für Rockfans, die preislich auf dem Teppich bleiben wollen und auf das letzte Stückchen Neutralität zugunsten einer superben Dynamik verzichten können. Fazit: ein No-Nonsense-Kabel zum absolut fairen Preis!

Produktinfo

Phonokabel STST Audioline Solid

Konfektionierung: mit SME/Cinch-Stecker, ­Kabellänge 1 m; ­andere Steckerkombinationen und Längen gegen entsprechenden Aufpreis möglich

Kabelaufbau: symmetrisch

Material Leiter: OFC-Kupfer

Kabeldurchmesser: 7 mm

Kapazität: 58 pF/m

Widerstand: 0,062 Ω/m

Preis: 175 Euro (1 m)

Kontakt

www.stst-hifi.de