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Reson TBB und LSC

Die frischen Schweizer

Text von: Cai Brockmann

In bestimmten Kreisen gilt dieses schlichte Kabel-Set als Nonplusultra. Und tatsächlich ist es in manchen Disziplinen kaum zu schlagen.

Nein, ich weiß nicht, ob es Reson-Kabel waren, die diesen speziellen Aufbau zuerst durchgezogen haben. Wohl eher nicht. Aber sie waren die Ersten ihrer Art, die ich vor ungefähr 15 Jahren kennenlernte. Zunächst skeptisch beäugte. Misstrauisch ausprobierte. Überrascht umstöpselte, immer wieder. Und schließlich dank einiger herausragender Qualitäten ins audiophile Herz schloss.

Die Reson-Strippen sind – um das gleich einmal abzuhaken – nicht unangreifbar. Das NF-Kabel mag keine störnebelgeschwängerten Umgebungen, weil es keinerlei Abschirmung besitzt. Und das Lautsprecherkabel sorgt immer wieder für Diskussionen, weil es ganz offensichtlich nicht zu den dicken Brummern gehört. Reson setzt in diesem Punkt nur allzu gern noch einen drauf und empfiehlt winzige Zwei-Millimeter-Bananas als Standardstecker – die passen perfekt zu den audiophilosophisch auf gleicher Wellenlänge surfenden Verstärkern von DNM oder Crimson. Da aber selbst mein Verständnis einer möglichst (str)eng definierten Signalführung seine Grenzen hat, bestelle ich die Asketenstrippen lieber mit gebräuchlichen Vier-Millimeter-Bananas. Frevelhaft geradezu. Aber kompatibel zu allen anderen Amps in meinem Hause und überhaupt. (Im Übrigen besitzt auch die im Test verwendete Crimson-Endstufe entsprechende Buchsen.)

Reson begründet den außergewöhnlich großen Abstand zwischen beiden Leitern mit der Minimierung von so genannten „eddy currents“ – die klangschädlichen Wirbelströme sind ein Lieblingsthema des Hauses.

Reson TBB und LSC

Wie schon so oft beobachtet, spielen Resons dünne und/oder ungeschirmte Drähte keineswegs nur bei bestimmten Spezialkomponenten ihre Vorzüge aus. Vielmehr wissen die unscheinbaren Flachstrippen sehr wohl auch in artfremder Umgebung zu überzeugen. Sie bieten nämlich unaufdringlich, aber doch nachdrücklich ungebremste Dynamik und flot­tes Tempotempotempo, sind insgesamt auf ein fantastisches Rhythmusgespür ge­trimmt, also das totale Gegenteil von langweilig. Und diese Stärken haben schon so manchen unausgeschlafen wirkenden Komponenten mächtig auf die Sprünge geholfen.

Reson TBB und LSC

Wer jetzt aber glaubt, da stimme bestimmt etwas mit der tonalen Balance nicht, liegt komplett daneben. Vor allem Befürchtungen, die sportlichen Sprinterqualitäten etwa mit dürrem Bass oder aufdringlichen Höhen erkaufen zu müssen, zielen direkt ins Leere. Ganz grundsätzlich bemühen sich beide Kabeltypen um maximale Neutralität, Offenheit und eine integrative Darstellung des gesamten Geschehens. Das gelingt ihnen vorzüglich und in beeindruckender Breite. Nur in puncto Tiefenwirkung – also dem scheinbar endlosen virtuellen Einblick bis zum hinteren Ende von Bühne, Saal oder Hallplatte – gibt es Kandidaten, die das noch ein kleines bisschen besser können. Darauf verzichte ich jedoch gerne, wenn ich dafür eine so atmosphärisch dichte, unmittelbar mitreißende Per­formance erhalte.

Zudem habe ich den Eindruck, dass sowohl NF- als auch LS-Kabel von den im konkreten Fall verwendeten Steckern profitieren. Beim TBB 125 – Ziffern verraten die Länge, Lettern den Steckertyp – sorgt der zu Recht gerühmte, recht stramm auf der Buchse sitzende ETI Bullet Plug für ein noch etwas ­stabileres Fundament. Und beim LSC 350 ist der massearme Bananenstecker nicht nur mechanisch besser als ein optionaler Adapter von zwei auf vier Millimeter.

Über den Preis der Reson-Kabel möchte ich nur so viel sagen: Er liegt mit der physischen Erscheinung im Einklang, ist also schlank, leichtgewichtig und immer eine Sünde wert. Klanglich hingegen stellen LSC und „Tonfrequenzkabel“ TBB durchaus Schwergewichte dar – mehr denn je.

Produktinfo

NF-Kabel Reson TBB

Konfektionierung: mit ETI Bullet Plugs (andere ­Modelle lieferbar)

Aufbau: Solid Core mit definiertem Zwischensteg

Preis: ab 112 Euro (2 x 45 cm), lose 12 Euro/m

Lautsprecherkabel Reson LSC

Konfektionierung: mit 4-mm-Federsteckern

(LSM: 2-mm-Version)

Aufbau: Solid Core mit definiertem Zwischensteg

Preis: ab 40 Euro (2 x 1 m), lose 10 Euro/m

Kontakt

www.reson.de